Geniale Tore machen Weg frei
Korbach schlägt Gudensberg im Topspiel deutlich
Bjarne Deselaers schießt die Freistöße beim TSV/FC Korbach eher nicht so oft. Doch in der 26. Minute des Gruppenliga-Spiels gegen die FSG Gudensberg standen er und Christian Schmid am ruhenden Fußball, und der Ältere überließ dem Jüngeren den Versuch mit dem Satz. „Wenn du ihn schießt, dann mach ihn rein.“ Deselaers begab sich, wie er hinterher erzählte, mit „gutem Gefühl“ ans Werk – und jagte das Leder aus gut 20 Metern schnurstracks in den Winkel. Das 1:0, und der zündende Moment zum 5:1 (3:0)-Erfolg der Hansestädter im Topspiel zum Auftakt des zweiten Saisonabschnitts.Den Titel des schönsten Treffers der Partie muss sich Deselaers teilen, und zwar mit Niklas Nowotny. Der Mittelfeldspieler legte zum 2:0 über halblinks ein geniales Solo hin, bei dem er drei, vier Gegenspieler austanzte und satt ins lange Eck abschloss (30.). „Das war endgültig der Dosenöffner für Korbach“, fand hinterher Peter Wefringhaus, der Trainer der Gäste. Es sei unglücklich gefallen, weil in dem Moment sein Spieler Finn Pfalzgraf verletzt behandelt werden musste.
Doch am verdienten Sieg des TSV/FC deutelte Wefringhaus nicht herum. „Die Niederlage geht in Ordnung, die Höhe tut weh“, sagte er. Auch Martin Wagner sah in den ersten zwei Toren dank individueller Klasse den Wegbereiter zum „Dreier“. „Aber wir haben konsequent nachgesetzt, und wir haben leidenschaftlich gut verteidigt“, so Korbachs Trainer.
Dabei hatten Wagner und sein Co. Raphael Chirakakis ein kleines Experiment gewagt: Sie entschieden sich für eine Dreierkette mit Christian Schmid in der zentralen Position. Eine Premiere und eine exzellente Wahl. Der 34-Jährige steht normalerweise auf der Sechs, und seine Trainer hatten ihn gebrieft, dass er seine Fähigkeiten genauso als „letzter Mann“ beweisen könne. „Er hat das sehr gut umgesetzt“, sagte Wagner. Die Nebenleute Elias Mayer und Henrik Plassmann sowie Lukas Beil auf der „Sechs“ standen ihm nicht nach.
Der TSV/FC hatte ein wenig Anlauf benötigt, um ins Rollen zu kommen. Nachdem Romeo Herbener Korbachs Keeper Sören Beckmann zur einzigen Parade der ersten Halbzeit gezwungen (9.) und Fabian Jaslar eine Großchance vergeben hatte (11.), bekamen die aggressiver, technisch und im Zweikampf stärker agierenden Gastgeber die Partie in den Griff. Das 3:0 erzielte Gudensberg allerdings selbst, Benet Berisha lenkte den Ball von Laurin Lange ins eigene Netz (37.).
Die Korbacher vergaben weitere Chancen, umgekehrt landete ein Ball in ihrem Tor, das zählte wegen Abseits aber nicht (43.). Doch der TSV/FC war gewarnt, und tatsächlich kam Gudensberg nach der Pause mit neuem Kampfgeist und frühem Pressing zu mehr Spielanteilen. Die Heimelf hatte dafür Platz zum Kontern. Und nutzte ihn zum 4:0, das Jaslar nach Vorbereitung von Deselaers und Lange erzielte (58.). Die Entscheidung. Das 5:0 durch Deselaers war ein Geschenk, Mika Nölke hatte ihm einen Rückpass in den Fuß gespielt (74.), den der Stürmer gern annahm.
Das Gegentor von Ben Kühlewind (79.) war ein Schönheitsfleck. Ob er noch Bedeutung bekommt? Im direkten Vergleich bleibt die FSG nach dem 5:0 im Hinspiel ja im Vorteil. Korbach ist an den Ligazweiten bis auf drei Zähler herangerückt.
Quelle: Waldeckische Landeszeitung vom 09.03.2026


